Studiengebühren auch in Berlin? – Bildungssenator schlägt Modell vor

Wie schon im Wintersemester 2003/2004 gibt es auch in diesem Semester
wieder Vorstöße, in Berlin Studiengebühren in form des sogenannten
„Studienkontenmodells“ einzuführen. Das Modell beinhaltet die Zuweisung
eines „Kontos“ mit einer bestimmten Anzahl von Credit Points oder
Semesterwochenstunden, die Studierende im Laufe ihrer Bildungskarriere
verbrauchen dürfen – ist das Konto erschöpft, muss es gegen eine
Gebührenzahlung „nachgeladen“ werden. Berlins Bildungssenator Jürgen
Zöllner (SPD) will mittelfristig in der Hauptstadt Studiengebühren
dieses Modell einführen.
Bei einer Veranstaltung der Industrie- und Handelskammer (IHK) plädierte
er vor kurzem für ein derartiges Konzept. Zöllner hatte bereits in
Rheinland-Pfalz, wo er vor seinem Antritt in Berlin als Bildungsminister
amtierte, gegen studentischen Widerstand ein Studienkontenmodell
durchgesetzt.
Vor drei Jahren konnte durch massive studentische Proteste die
Einführung der Studienkonten in Berlin verhindert werden – nach einem
großen Streiksemester in Berlin und Bundesweit beugte sich die PDS-Basis
dem studentischen Druck und stoppte per Parteitagsbeschluss die Pläne
des damaligen PDS-Kultursenators Flierl. Bereits damals war klar, dass
dieser Beschluss nach der nächsten Wahl in Frage gestellt würde – was
jetzt auch eingetreten ist.
Steht zu hoffen, dass auch die neuen Gebührenpläne von Studierenden
nicht ohne Protest hingenommen werden. Erste Aktionen finden bereits
statt, mehr dazu weiter unten.
Zur Studienkontendebatte erfahrt ihr mehr auf dem Blog der Gruppe „Langzeitstudis gegen Studiengebühren“.
Eine ausführliche Beschreibung und Kritik des Studienkontenmodells findet ihr auf den Seiten des AStA FU.

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