Exzellenzen Abschaffen!

Vom 15.-17. Januar wird an der FU ein neues Studierendenparlament gewählt – dieses freudige Ereignis nehmen wir von der FSI alle Jahre wieder zum Anlass, unsere Positionen mal kurz und knackig auf Flugblättern zusammenzufassen. Eins davon zum Thema „Exzellenz“ könnt ihr jetzt schon als sneak preview lesen:
Die FU ist Exellenz-Uni geworden und alle freuen sich. Allen voran natürlich unser lieber FU-Präsident Dieter Lenzen. Das wird aus seinem Brief an die Mitarbeiter anlässlich der Kür der FU zur „Exzellenz-Uni“ mehr als deutlich:
„Wir, das bedeutet: Mein Konzept“ (Dieter Lenzens Brief an die Mitarbeiter der FU, Freitag 19.10.2007)
Mit diesem Anfang wird sofort ersichtlich, wie Dieter Lenzen die FU versteht: seine Uni, sein Konzept, seine Entscheidungsgewalt.
Die zeigt sich zum Beispiel in der Tatsache, dass vakante Professuren am FMI und JFK nicht besetzt werden, wenn die vom Institut einstimmig angenommenen KandidatInnen dem Präsidenten nicht passen. Fadenscheinige Ausreden und manch andere Verzögerungstaktik machen nicht nur am FMI aus Lehre Leerstellen.
Aber halt! Jetzt sind „wir“ ja Elite! Wird doch alles gut?

„Die uns zufließenden Geldmittel werden uns neue Möglichkeiten schaffen, Forschung auf hohem Niveau durch eigene Entscheidung in Clusters und Graduiertenschulen zu fördern.“
„Die Lehrenden dieser Universität […] haben es mehr als verdient, dass sie nun entlastet werden.“
„Ich hoffe, dass es uns auch gelingt, bei den Studierenden Verständnis dafür zu finden, dass ihre berechtigten Forderungen nach einer hochqualitativen Ausbildung an die Grenzen des finanziell und vor allem für Sie alle physisch Möglichen stoßen.“
Da können sie lange suchen!
Das Geld geht in die Forschung, die Lehre wird „entlastet“ – also gekürzt und vernachlässigt – und die Studierenden, diese lästige Verwaltungsmasse, sollen schon mal im Voraus auf Enttäuschungen vorbereitet werden.
Institute werden zusammengelegt oder geschlossen und studentische Initiativen müssen ihre Räume abgeben. Bibliotheken werden geschlossen oder zentralistisch zusammengelegt, was für die Bibliotheken des Fachbereichs Politik- und Sozialwissenschaften gerade eine Streichung von ca. 350.000 Bänden bedeutet!! Insgesamt über 50% der BA-Studierenden haben ihr Studium bislang abgebrochen, vor allem wegen der fehlenden Möglichkeit zum Fachwechsel.
Auf der anderen Seite wird Geld für Prunkbauten wie der philologischen Bibliothek herausgeschleudert, ein Public-Private-Partnership mit dem Klett-Verlag im ehemaligen Ethnologen-Bau eingerichtet sowie ein Luxushotel hochgezogen. Diese Zustände wurden nun durch das Prädikat “Eliteuniversität“ ausgezeichnet.
Statt einzelne Universitäten zu vermeintlichen „Leuchttürmen“ aufzubauen, fordert die FSI Geschichte zusammen mit dem AStA FU eine umfangreiche Ausfinanzierung aller Bildungsbeteiligten.
Schaut hinter die Fassade! Wehrt euch! Wir Sind nicht Elite!

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