Bibliotheksschließungen: Studierende dürfen nicht mitreden.

Ein vom Komillitonen Stefan Hernadi verfaßter Bericht aus dem Fachbereichsrat Politik- und Sozialwissenschaften zum Thema Bibliotheksschließungen macht wieder einmal deutlich, wie egal den Organen der FU studentische Interessen und Meinungen sind:

Die Schließung der sozialwissenschaftlichen Fachbibliotheken und ihrer Integration in die zentrale Universitätsbibliothek inklusive der im Raume stehenden Aussortierung von ca. 300.000 Büchern war am Mittwochmorgen des 23.01.08 Thema im Fachbereichsrat des Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften. (FB PolSoz).
Als Vertreterin des FU-Präsidiums war Prof. Dr. Ulla Lehmkuhl zu Gast um die Pläne des Präsidiums darzustellen. In ihren Ausführungen dementierte sie zwar die Endgültigkeit der Entscheidung und kündigte einen offenen Prozess im Rahmen eines „Runden Tisches“, konnte aber die offensichtlichen Widersprüche zu früheren Miteilungen des Präsidiums nicht ausräumen.
Es ist weiterhin völlig unklar: Was soll konkret geschehen und wann? Wie viele Bücher sollen aussortiert werden? Hat der Prozess der Aussortierung schon begonnen? Wer ist beteiligt?
Zu offenem Unmut seitens der Studierenden führte dann ihre Vorstellung von der Zusammensetzung des „Runden Tisches“ Erst nach mehrmaligem ausdrücklichen Nachfragen seitens der Studierenden wurde Frau Lehmkuhl deutlich: Studierende werden nicht an diesem „Runden Tisch“ sitzen, sondern seien ja indirekt durch das Dekanat des FB PolSoz vertreten. Vorher hatte sie schon bemerkt, dass sie die Position der Studierenden ja gut kenne, da sie selbst auch mal studiert hätte.
Diese Entwicklung ist nur ein weiteres Beispiel für die Ausschließung studentischer Interessen an der Freien Universität Berlin! Im Präsidium wird anscheinend die Auffassung vertreten, man wüsste schon, was für die Studierenden gut sei.
Im Fachbereichsrat konnte auf einen studentischen Antrag hin zwar durchgesetzt werden, dass auf der Fachbereichsebene alle Statusgruppen bei der Vor-bereitung der Diskussion berücksichtigt werden. Wer sich aber mit Gremienarbeit und -Strukturen auskennt, weiß, dass hier eine Marginalisierung von bestimmten Interessen stattfindet.
Die Bibliotheksschließungen werden auch Thema auf der Demonstration im Rahmen des uniweiten Aktionstags am 31.01.2008 sein. Ein Redebeitrag von Seiten der Angestellten ist angefragt.

Auch den Geschichtsstudierenden kann diese Entwicklung nicht egal sein. Abgesehen vom Allgemeinen Skandal fehlender Mitbestimmung werden hier auch konkret unsere Interesen verletzt: in den Beständen der Bibliotheken des Fachbereichs Politik- und Sozialwissenschaften findet sich umfangreiche Literatur auch und gerade zu geschichtswissenschaftlichen Themen. Auch für uns bedeutet die Vernichtung von 300-500.000 Büchern am Nachbar-Fachbereich deshalb längere Wege und Wartezeiten bei der Literatursuche. Dem Aktionstag am 31.1. ist daher rege Beteiligung auch aus der Koserstraße zu wünschen!

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