Das Lied der Moorsoldaten – Ein Zeitzeugenbericht aus den Emslandlagern

Ein Hinweis auf eine interessante Zeitzeugenveranstaltung der Antifa Moabit:
75 Jahre Moorsoldatenlied: 1933-2008
Eines der bekanntesten Lieder aus dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus ist das Lied von den Moorsoldaten. Das „Lied der Moorsoldaten“ ist vor 75 Jahren, im August 1933, im Konzentrationslager Börgermoor im Emsland entstanden. Erstmals wurde es anlässlich einer von den Häftlingen selbst organisierten Kulturveranstaltung durch den Solinger Arbeitergesangsverein (der damals geschlossen inhaftiert war) vorgetragen.
Die Kulturveranstaltung war die Antwort auf die „Nacht der Latten“, einem Überfall von SS-Leuten auf eine Häftlingsbaracke. Das Lied wurde bereits zwei Tage nach der „Uraufführung“ von der Lagerleitung verboten. Trotzdem konnten Kopien aus dem Lager herausgeschmuggelt werden. Das Lied wurde als Zeugnis des antifaschistischen Widerstands auf der ganzen Welt bekannt und zur Hymne des Spanischen Bürgerkriegs.
„Dann ging es raus zur Arbeit, dann mussten wir antreten. Ich bin dann größtenteils zu dem Kuhlenkommando gekommen. Da waren so zirka 500 Gefangene, und da wurde wieder gezählt. Wenn wir da waren, nachher im Moor, auf dem Gelände, wo wir arbeiteten, da wurden wir gezählt, und ringsum war dann die Postenkette…“
Zeitzeuge Erwin Schulz erzählt
Erwin Schulz, Gewerkschafter und Mitglied in dem von den Nazis verbotenen Arbeitersportverein „Fichte“, wurde 1935 verhaftet und zu fünf Jahren Zuchthaus, wegen Vorbereitung zum Hochverrat verurteilt. Nach zwei Jahren Haft im Zuchthaus Luckau wurde er in das Strafgefangenenlager nach Börgermoor verschleppt. Hier, im Lager Esterwegen und im Lager Aschendorfermoor, wurde Erwin Schulz in den folgenden drei Jahre inhaftiert. Wie die anderen Häftlinge musste er unter schwersten Bedingungen und Schikanen seitens der SA mühsam im Moor arbeiten. 1942 wurde er für das Strafbataillon 999 der Wehrmacht zwangsrekrutiert. Schnell gelang es Erwin Schulz in Kriegsgefangenschaft der Alliierten zu geraten. 1946 konnte er
nach Deutschland zurückkehren.
Inzwischen ist Erwin Schulz 95 Jahre alt und einer der letzten Überlebenden, der über die Lager und das Lied berichten kann.
Gemeinsam wollen wir an die Entstehung dieses berühmten antifaschistischen Widerstandsliedes erinnern und über die mörderischen Arbeits- und Lebensbedingungen in den wenig bekannten Emslandlagern berichten.
Sonntag | 16.März 2008 | 17.00 Uhr
Kulturfabrik Moabit | Theaterdock
Lehrter Str. 35 | 10557 Berlin Moabit
U9 Turmstraße + 123 bis Kruppstraße / U6 Reinickendorfer Straße + Bus M27
bis Quitzowstraße / S Wedding + Bus M27 bis Quitzowstraße

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.