Kritische historische Fachzeitschrift bleibt erhalten

Wenn im Jahr 2008 das Heft mit der Nummer 4/2006 einer Zeitschrift angekündigt wird, dann merkt man: etwas ist nicht in Ordnung. Dennoch handelt es sich im Fall der „Internationalen Wissenschaftlichen Konferenz zur Geschichte der Arbeiterbewegung“, kurz IWK, um eine gute Nachricht.

Denn lange sah es so aus, als ob die IWK ihr erscheinen komplett einstellen würde. Nachdem schon die Zeitschrift Sozial.Geschichte ihre Printausgabe eingestellt hat, wäre mit dem Ende der IWK nur noch eine einzige Publikation zum Thema Arbeiterbewegung übergeblieben: Das „Jahrbuch für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung„. Angesichts einer Bewegung, dass die Welt und auch diese Republik wie kaum eine andere geprägt hat, ein Armutszeugnis.

Aber die IWK wird weitermachen, es bleibt uns eine Kritische Stimme zum Thema erhalten. Selbstverständlich war das nicht. Nachdem Jahrelang das Otto Suhr Institut der FU Berlin die Herausgeberschaft übernahm, hat man an Lenzens neuer Elite-Uni kein Interesse mehr an kritischen sozialen Themen, insbesondere nicht an der Geschichte der sozialistischen Arbeiterbewegung. Eine „Stille Liquidation“ nannte die „Junge Welt“ den Vorgang, ein besseres Wort für die Kalte Abwicklung einer einzigartigen Zeitschrift fällt uns auch nicht ein.
Nun hat das Internationale Institut für Sozialgeschichte in Amsterdam, das wohl weltweit größte Forschungsinstitute zum Thema, sich der Zeitschrift angenommen und wird als Herausgeber fungieren. Ob sich in Deutschland selbst kein Träger fand, ist unbekannt – es wäre jedoch kein Wunder angesichts der Verdrängung, mit dem die Deutschen ihren sozialistischen und revolutionären Traditionen begegnen.

Um so wichtiger ist es daher , daß sich Historiker und Historikerinnen weiterhin mit dem Thema beschäftigen, dem neuen Heft sei daher eine breite Leserschaft gewünscht. Mehr zur IWK und zum Inhalt des Neuen Heftes findet ihr hier: http://www.iwk-online.de/

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